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Hier berichten wir Ihnen detailliert von allen BIM.Ruhr-Highlights.

8. März 2023

Das Beste kommt zum Schluss: Das Projekt BIM.Ruhr endet erfolgreich mit der Veröffentlichung des BIM.Ruhr Leitfadens auf dem BIM.Ruhr-Kongress

Das Projekt BIM.Ruhr feierte am 8. März 2023 seinen Projektabschluss in beeindruckender Industriearchitektur, der Maschinenhalle Süd in Herten, auf der im Jahr 2000 stillgelegten Zeche Ewald. Im Mittelpunkt der gelungenen Veranstaltung stand die Vorstellung des BIM.Ruhr Leitfadens, der hier erstmals veröffentlicht wurde. Neben den exklusiven Einblicken und Diskussionen rund um den Leitfaden erhielten die Kongress-Teilnehmer*innen Einblicke in die Abschlussergebnisse des Fördervorhabens. Die Veranstaltung wurde von Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin, moderiert.

Die Autorinnen des BIM.Ruhr Leitfadens, Dr. Signe Mikulane, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BIM Institut der Hochschule Bochum, und Elena Straßenmeyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Baubetrieb und Baumanagement (ibb) der Universität Duisburg-Essen, gaben zu Beginn des Kongresses exklusive Einblicke rund um den Leitfaden. So wurde dieser auf Grundlage der Erkenntnisgewinnung aus den Arbeitsgruppensitzungen, der Interviews und der BIM.Ruhr-Konferenzen sowie der Revisionsphase mit Einarbeitung des Feedbacks der Netzwerkteilnehmer entwickelt. Außerdem bezieht das Dokument den aktuellen Forschungsstand nationaler BIM-Regularien und Richtlinien sowie anderer Forschungsprojekte durch die umfassende Recherchearbeit der Autorinnen mit ein. Der BIM.Ruhr Leitfaden soll insbesondere Kommunen als Grundlage dienen, um zukünftige regionale Projekte mit digitalen Methoden im Sinne eines Building Information Modelings (BIM) bewerkstelligen zu können. Er bietet einen barrierefreien Einstieg in die Arbeitsmethode BIM.

Darüber hinaus stellten die beiden Autorinnen den Kongressteilnehmer*innen die im Leitfaden enthaltenen Dokumente vor, wie die BIM.Ruhr Mustervorlagen Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und BIM-Abwicklungsplan (BAP). Die in diesen Dokumenten enthaltenen Inhalte wurde dabei extra so konzipiert, dass sie in beiden Dokumenten einheitlich sind und nur von den verschiedenen Parteien – Auftraggebern (AG) und Auftragnehmern (AN) – ausgefüllt werden. Ergänzt wird der Leitfaden durch den Informationsanforderungskatalog, der neben den BIM-Zielen verschiedene BIM-Anwendungsfälle sowie Informationsanforderungen, die die benötigten Informationen zur Umsetzung der BIM-Anwendungen enthalten, aufführt. Die Dokumente können hier runtergeladen werden.

In der anschließenden Fragerunde zum BIM.Ruhr Leitfaden hatten die Kongressteilnehmer*innen die Möglichkeit, in den direkten Austausch mit Dr. Signe Mikulane und Elena Straßenmeyer zu gehen, bevor es mit spannenden Vorträgen zu den Erkenntnissen aus den jeweiligen BIM.Ruhr-Pilotprojekten weiterging. So stellte Jürgen Vahlhaus, Fachdienstleiter Fachdienst 62 - Kataster und Geoinformation, Kreis Recklinghausen, das Pilotprojekt Drewer-Brücke, eine befahrbare Bogenbrücke mit abgehängter Fahrbahn aus dem Baujahr 1970, die über den Wesel-Datteln-Kanal verläuft, vor. Zudem gab er einen Ausblick auf die mögliche zukünftige BIM-Strategie im Kreis Recklinghausen. Winona Grimsehl-Schmitz, Fachbereich Tiefbau und Verkehr, Abteilung 53/3 Straßen- und Ingenieurbau/-unterhaltung, Straßenmanagement, Stadt Herne gab detaillierte Einblicke in die Erkenntnisse des Pilotprojektes Brücke Bielefelder Straße in Herne. Hier wurde ein Ersatzneubau der Brücke, einer wichtigen Verkehrsachse und Schulbuslinie, inklusive der Erneuerung des Knotenpunktes und einem Straßenabschnitt von ca. einem Kilometer Länge geplant, der mit der Methode BIM durchgeführt werden soll. Der Planungsauftrag wird als Teilnahmewettbewerb Straße und Brücke erfolgen. Für 2024 ist der Baubeginn geplant, die Gesamtfertigstellung Straße und Brücke für 2026. Für eine erfolgreiche BIM-Einführung wird zudem wird ein BIM-Management ausgeschrieben. Den Abschluss des ersten Kongressteils machte Martin Steigerwald, Amt für Geoinformation, Liegenschaften und Kataster, Stadt Bochum, mit einem Vortrag zum Pilotprojekt Aula des Alice-Salomon-Berufskollegs Bochum. So gab er Einblicke in Projekterfahrungen, die durch das BIM Institut der Hochschule Bochum z. B. bei den BIM-Zielen, u. a. wie das Aufmaß, die Modellierung und die Nutzung eines BIM-Modells der Aula sowie die Modellierung IFC-konformer 3D-Objekte, gemacht wurden. Mit einem abschließenden Fazit zur Entwicklung seiner BIM-Kompetenzen vor dem Pilotprojekt, zwischendurch und jetzt, schloss Martin Steigerwald seinen Vortrag damit ab, dass er „jetzt gefühlt im richtigen Zug sitzt“. Nachfolgend zu den drei Vorträgen beantworteten die Referent*innen Fragen der Kongressteilnehmer*innen zu den jeweiligen Pilotprojekten.

Im zweiten Kongressteil zeigte Christoph Röhr, Geschäftsführer, RMA Real Estate Management Assistance GmbH, mit seinem Vortrag „BIM als Chance“ auf, welche Erfahrungen er im Rahmen der Projektentwicklung mit der Methode BIM gemacht hat, u. a. beim Anlauf (fehlende Bauteilbeschreibungen, fehlende Bestandspläne) oder im Projekt selbst, wo z. B. Optimierungsmöglichkeiten nicht erkannt werden. Er zeigte auf, wie BIM bei allen am Bau Beteiligten Transparenz schafft und damit letztlich zu einer Planungs- und Prozessoptimierung beiträgt.

Den Abschluss der Konferenz bildete eine Podiumsdiskussion, die von den beiden wissenschaftlichen Partnern des BIM.Ruhr-Projektes moderiert wurde. Prof. Dr.-Ing. Dirk Eling, Dekan des Fachbereichs Geodäsie und Leiter des BIM Instituts der Hochschule Bochum, und Prof. Dr.-Ing. Alexander Malkwitz, Abteilungsleiter ibb sowie Prodekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Universität Duisburg-Essen, leiteten die Diskussion zum Thema „Perspektiven zur BIM-Einführung“. Die Panelist*innen, Tina Drahtler, Prokuristin, Drahtler Architekten, Udo Bertels, Geschäftsführer, Ingenieurbüro Bertels, Katharina Bremm, Leitung Stabsstelle BIM, Straßen.NRW, und Ulf Meyer-Dietrich, Amtsleiter bei Stadt Dortmund, Vermessungs- und Katasteramt, teilten Ihre Erfahrungen zu den ersten Schritten und Projekten mit BIM. Innerhalb des Gesprächs wurde vor allem klar, dass für alle Beteiligten die erhöhte Transparenz und vereinfachte Kommunikation durch die BIM-Methode ein immenser Vorteil ist.

Im anschließenden gemeinsamen Austausch mit allen Kongressteilnehmer*innen gab es noch einmal ausreichend Gelegenheit für Gespräche zu den BIM.Ruhr Pilotprojekten aus Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau sowie einen exklusiven Austausch mit BIM-Expert*innen. Drüber hinaus bot der Kongress die Möglichkeit zur Vernetzung mit wichtigen nordrhein-westfälischen BIM-Vertreter*innen aus Bauwirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Und weil es so ein wunderbares Feedback zum BIM.Ruhr-Kongress gab, haben wir hier eine Auswahl der schönsten Momente in einer Bildergalerie zusammengestellt.

Damit endet ein tolles Projekt, in dem wir nicht nur unsere Projektergebnisse mit unserem Netzwerk teilen, sondern auch spannende Vorträge, Einblicke und Diskussionen mit tollen Teilnehmenden genießen durften. Wir blicken zurück auf fast drei Jahre erfolgreiche Projektarbeit und sagen Danke an alle Netzwerkmitglieder, Unterstützer*innen und alle, die uns auf diesem Weg begleitet haben!

Nur weil das Projekt zu Ende ist, heißt es nicht, dass wir uns nicht weiter mit Ihnen austauschen wollen: Wir haben in den letzten Jahren ein Netzwerk aufgebaut, das wir gern weiter pflegen möchten. Hier sind wir auch auf Ihre Hilfe angewiesen. Sie haben Ideen oder möchten sich einbringen? Dann kommen Sie gern auf uns zu. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben möchte, wie es weiter geht, melden Sie sich zum BIM.Ruhr-Newsletter an. Wenn BIM.Ruhr eins gezeigt hat, dann dass es noch viel zu tun sowie viel ungenutztes Potential gibt und dass die nötigen Aufgaben am besten gemeinsam zu bewerkstelligen sind.


25. Januar 2023

10. BIM.Ruhr-Konferenz: Ressourcen schonen mit BIM – auf allen Ebenen

Wie kann mir BIM dabei helfen, ressourcenschonender zu bauen? Worauf muss ich besonders im Tiefbau achten? Welches Potential kann hier gehoben werden? Wie können Personal, sowie monetäre Ressourcen und Materialressourcen effizient genutzt werden? Um Antworten auf diese Fragen und zu weiteren BIM-Themen rund um den Einsatz von Ressourcen bei der BIM-Einführung drehte sich am 25. Januar 2023 die 10. BIM.Ruhr-Konferenz zum Thema "Ressourcen schonen mit BIM – auf allen Ebenen". Durch die Online-Veranstaltung führte Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin.

Die Referentin Marlena Block, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ruhr-Universität Bochum (RUB) am Lehrstuhl für Informatik im Bauwesen, gab im Rahmen der Konferenz mit ihrem Vortrag einen Einblick in das Projekt „RekoTi – Ressourcenplan Kommunaler Tiefbau“. Marlena Block beschäftigt sich innerhalb ihrer Forschung mit der BIM-Einführung in Kommunen und arbeitet bei der Konzeptionierung des BIM-Portals von BIM Deutschland mit. Die Referentin erläuterte die Relevanz von RekoTi, insbesondere mit Blick auf die Nachhaltigkeit. So stammen z. B. 55 % der Abfallmenge in Deutschland aus dem Bausektor und die Frage ist, wie lassen sich die Recyclingquoten steigern? Genau da setzt das Forschungsprojekt RekoTi ein Stück weit an. Stoffströme sollen identifiziert und aufbereitete Materialien in die Kreislaufwirtschaft zurückgeführt werden. Das Projekt erprobt zudem ressourcenschonende Verfahren und erforscht, wie der Prozess dorthin effizient gestaltet werden kann. Marlena Block gab in diesem Zusammenhang einen Einblick in den Aufbau der einzelnen Projektziele, wie z. B. der Realisierung und Auswertung einer Teststrecke, der Entwicklung einer digitalen Toolbox zur Zusammenführung, Auswertung und Darstellung ressourcenrelevanter Daten und des Erstellens eines Leitfadens mit Methoden, Ergebnissen und Umsetzungshinweisen für die Übertragbarkeit auf andere Kommunen.

Darüber hinaus veranschaulichte sie ausführlich den Aufbauweg eines Webtools, mit dem der Fragestellung nach den verbauten Materialmassen auf Netzebene nachgegangen werden kann. Diese Vorstellung beinhaltete ein erstes Konzept zum Entwicklungsablauf im Rahmen der Kartenanwendung zur Beantwortung des Informationsbedarfs auf Basis offener Systeme, bei dem sich drei Ebenen – Wissensmanagement, Informationsmanagement und Datenmanagement – herauskristallisiert hatten. Weitere Schritte und eine potenzielle Weiterentwicklung der RekoTi Toolbox sehen u. a. die Verknüpfung verschiedener kommunaler und öffentlicher Daten vor. Dazu wurden Potenziale hinsichtlich des Einbezugs von BIM zur Erweiterung des Datenbestandes aufgezeigt. So ist es möglich, u. a. eine Mengen- und Massenberechnung z. B. von Baustahl und Beton sowie die Bohrkernverortung und die Weiterentwicklung zur automatisierten Generierung von parametrischen BIM-Modellen anzuwenden. Materialparameter inkl. Ökobilanz lassen sich visualisieren und dezentrale BIM-Modelle miteinander verknüpfen. Hierbei kann eine zentrale Informationsnutzung mittels Linked Data und ICDD (Information Container for linked Document Delivery) einen möglichen Weg darstellen. Die Erkenntnisse des Forschungsprojektes werden abschließend in einem Leitfaden zusammengeführt.

Möchten Sie sich ebenfalls zum Thema Building Information Modeling austauschen? Dann schauen Sie hier in unserer Veranstaltungsübersicht vorbei und seien Sie beim nächsten Event dabei.


17. Januar 2023

Konstruktiver Austausch im Rahmen der Finalisierung des BIM.Ruhr-Leitfadens mit den Teilnehmer*innen der dritten BIM.Ruhr Schnittstellen-Diskussion

Bei der finalen Schnittstellen-Diskussionsrunde am 17. Januar 2023 kamen nochmal alle Arbeitsgruppen zusammen, um den BIM.Ruhr-Leitfaden zu diskutieren. Dieser spielgelt die kumulierte Arbeit der letzten zweieinhalb Jahre aus den Arbeitsgruppen, den mit vielen Kommunen geführten Interviews, der wissenschaftlichen Recherche, der KMU Umfrage, den Impulsen aus den Kooperationskommunen und Pilotprojekten sowie den BIM.Ruhr-Konferenzen wider. Durch die Veranstaltung führten die beiden Autorinnen des BIM.Ruhr-Leitfadens, Dr. Signe Mikulane, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BIM Institut der Hochschule Bochum, und Elena Straßenmeyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Baubetrieb und Baumanagement der Universität Duisburg-Essen.

Die Referentinnen erläuterten zu Beginn der Veranstaltung den Aufbau und die Struktur sowie die Erarbeitungsweise und die Zielgruppe des Leitfadens. Da viele Kommunen bei null anfangen, wurde bereits relativ früh festgelegt, den Leitfaden so zu generieren, dass dieser eine Einstiegshilfe für Kommunen konzipiert. Der Leitfaden wurde dabei so generiert und ebenfalls die Mustervorlagen AIA (Auftraggeber-Informationsanforderungen) und BAP (BIM-Abwicklungsplan) so erstellt, dass ein barrierefreier Einstieg in die Arbeitsmethode BIM gegeben ist. Er ermutigt zudem KMU, sich auf BIM-Ausschreibungen der öffentlichen Hand zu bewerben.  Außerdem wurde das Feedback der Netzwerkteilnehmer*innen im Rahmen der Revisionsphase – soweit umsetzbar – mit in den Leitfaden aufgenommen. Die dritte Schnittstellen-Diskussion bildete den Abschluss der Revisionsphase.

In der anschließenden gemeinsamen Diskussionsrunde mit den Teilnehmer*innen zum BIM.Ruhr-Leitfaden wurden Leitfragen hinsichtlich der BIM-Strategie erörtert, so u. a. welche Erfahrungen mit der Fördergeldakquise für BIM-basierte Projekte im kommunalen Kontext bestehen und wie die Erfahrungen mit der Fördergeldbeantragung sind. Thematisiert wurde außerdem, welche Erfahrungswerte mit dem von den Ministerien und auch vom Land vorangetriebenen digitalen Bauen bestehen und ob sich dieses wirklich auf die BIM-Methode bezieht oder die BIM-Ausschreibung eher sekundär und damit nicht an erster Stelle steht.

Die Referentinnen stellten abschließend heraus, dass es sich beim BIM.Ruhr-Leitfaden um ein dynamisches Dokument handelt. Es spiegelt von daher auch nur den jetzigen Ist-Zustand der BIM-Landschaft wider. Gleiches gilt auch für die enthaltenen AIA- und BAP-Vorlagen. Dokumente, die im BIM-Umfeld als Vorlagen oder Regularien herausgegeben werden, müssen aufgrund des dynamischen und kontinuierlichen Wandels des Gebiets stetig fortgeschrieben und weiterentwickelt werden. Dr. Signe Mikulane und Elena Straßenmeyer machten mit ihren finalen Worten der abschließenden Schnittstellen-Diskussion deutlich, wie ein einfacher BIM-Einstieg gelingen kann: „Klein anfangen aber anfangen und dann läuft es irgendwann“.

Der Leitfaden wird nun fertiggestellt und im Rahmen der BIM.Ruhr-Abschlussveranstaltung, dem BIM.Ruhr-Kongress, vorgestellt und veröffentlicht. Herzlich laden wir Sie hierzu ein. Feiern Sie gemeinsam mit uns den Projektabschluss. Der BIM.Ruhr-Kongress findet am 8. März 2023 ab 9:30 Uhr vor Ort in Herten statt (nähere Informationen erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung). Sie möchten teilnehmen, dann schauen Sie hier und seien Sie beim BIM.Ruhr-Abschlussevent mit dabei. Bitte beachten Sie, dass die Plätze zur Teilnahme begrenzt sind und Ihre Teilnahme erst mit einer Bestätigung durch das BIM.Ruhr-Team garantiert ist. Die Veranstaltung ist wie alle BIM.Ruhr-Events kostenlos.


8. Dezember 2022

9. BIM.Ruhr-Konferenz: Die BIM-Einführung erfolgreich meistern – mit kleinen und großen Best-Practice-Projekten

Wie kann ein aktives Change-Management bei der Umsetzung eines Projektes mit der BIM-Methodik helfen? Wie geht man dabei vor und welche Rollenverteilung gibt es hier? Und kann die BIM-Methode ein Projekt retten? Um Antworten auf diese Fragen drehten sich unter anderem die Vorträge und Diskussionen bei der 9. BIM.Ruhr-Konferenz zum Thema „Die BIM-Einführung erfolgreich meistern – mit kleinen und großen Best-Practice-Projekten“. Durch die Online-Veranstaltung führte Eva-Katharina Bonk, BIM.Ruhr-Projektkommunikation, Kreis Recklinghausen.

Den Auftakt der Konferenz machten Oliver Langwich, CEO, focus:BIM GmbH und Hendrik Scherder, ebenfalls CEO, focus:BIM GmbH mit ihrem Vortrag „BIM – und NUN?“. Die beiden Referenten, die in den letzten 13 Jahren in verschiedenen Fachbereichen, u. a. im Hoch- und Wasserbau, Kund*innen bei ihren BIM-Projekten unterstützt, beraten und betreut haben, veranschaulichten anhand eines Projektbeispiels aus dem Wasserbau, wie dieses nach der BIM Methodik durchgeführt und von ihnen dabei unterstützt und gecoached wurde. Um hier wie beabsichtigt bis Ende 2022 den sicheren Umgang mit REVIT zu realisieren, setzten sie gemeinsam mit dem Bauherrn und dem Planungsteam im Vorfeld auf eine detaillierte Planung. Gestartet wurde deshalb Anfang des Jahres mit einem Kickoff-Workshop, in dem zur REVIT-Einführung und -Anwendung mittels SWOT-Analyse u. a. erarbeitet wurde, welche Potentiale mit einer REVIT-Einführung vorhanden sind bzw. welche externen Aktivitäten evtl. davon abhalten könnten sowie welche Stärken und welche Schwächen in den jeweiligen Teams bestehen. Daraus ergaben sich die jeweiligen BIM-Anwendungsfälle und damit der Einstieg in die BIM-Thematik. Die Referenten zeigten auf, wie das Projekt darüber hinaus weiter unterstützt und gecoached wurde und welcher Abläufe es bei der BIM-Implementierung zur schrittweisen Erarbeitung eines qualitätsgeprüften Bauwerkmodells bedarf. Sie erläuterten, was es zudem über das Projektbeispiel hinaus bei der Erstellung der AIA (Auftraggeber–Informationsanforderungen) und des BAP (BIM-Abwicklungsplan) für die Durchführung eines BIM Projekts zu beachten gilt, wie z. B. die Festlegung der Rollen und Verantwortlichkeiten. Oliver Langwich und Hendrik Scherder veranschaulichten zudem, wie die jeweiligen Kollisionsprüfungen erfolgten, z. B. für die Schlitz- und Durchbruchsplanung.

Im anschließenden Vortrag „Bahnhof Coswig b. Dresden – wie die BIM-Methode ein Projekt gerettet hat“ veranschaulichte Alexander Dudda, Geschäftsführer der PTB Magdeburg GmbH, warum dieses Projekt ohne die BIM-Methode nicht realisierbar gewesen, bzw. spätestens bei der Umsetzung ohne die 3D-Modellierung (Dreidimensionale Modellierung) geometrisch gescheitert wäre. Projektauftrag war der Umbau des Bahnsteigs 5 – ein neuer 140 Meter langer Bahnsteig sowie eine 70 Meter lange barrierefreie Rampe, die als Gehweg den Personentunnel mit dem Bahnsteig 5 verbindet. Die 4D-Simulation (Bauzeitenanalyse der Bauwerke) verhalf dem Projekt trotz seiner Insellage zu einer Andienung und einer erfolgreichen Umsetzung innerhalb des engen Bauzeitraums, der auch durch die kurzen Sperrzeiten bei der Deutschen Bahn und der damit möglichen Zeitfenster für den Umbau bestimmt wurde. Der Vortrag von Alexander Dudda machte deutlich, dass die Projekt-Umsetzung mit der BIM-Methode unerlässlich war, um das Projekt überhaupt umzusetzen. 3D und 4D haben letztlich dazu beigetragen, das Projekt zu retten.

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9. November 2022

8. BIM.Ruhr-Konferenz: BIM in Praxis vs. Theorie: Praktische Anwendungsfälle und Vorgaben des Bundes

Wie kann mir BIM in der Tragwerksplanung helfen? Welche Anforderungen müssen für eine plattformgestützte Zusammenarbeit von Auftragnehmer*in und Auftraggeber*in erfüllt werden? Antworten auf diese Fragen gab es im Rahmen der 8. BIM.Ruhr-Konferenz am 9. November 2022 zu dem Thema „BIM in Praxis vs. Theorie: Praktische Anwendungsfälle und Vorgaben des Bundes“. Durch die Online-Veranstaltung führte Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin des Kreis Recklinghausen.

Was bei ihrer anwendungsbezogenen Forschung und praxisorientierten Masterarbeit erarbeitet wurde, stelle Christine Hornbergs (Evonik) in ihrem Vortrag zum Thema „Konzeptentwicklung für eine plattformgestützte Zusammenarbeit im Sinne der BIM-Methodik in der technischen Gebäudeausrüstung“ vor. Die BIM-Managerin erforschte innerhalb ihrer Masterarbeit an der FH Münster, Möglichkeiten zur plattformgestützten Zusammenarbeit im Sinne des Building Information Modeling (BIM). Um dies möglichst praxisnah zu gestalten, führte Hornbergs zunächst eine Umfrage in einem Ingenieurbüro durch, um den BIM-Einführungsstand dort zu ermitteln. Während dieser dort noch gering war, war die Motivation der Mitarbeitenden zur Umstellung auf die neue Arbeitsmethode groß. Im Anschluss an die Umfrage sei in dem Ingenieurbüro der Startschuss zur BIM-Einführung gefallen, sodass das Büro heute bereits erste Projekte mit BIM umgesetzt hat. Auf Basis ihrer Erfahrungen, Forschungsergebnisse und Recherchearbeit entwickelte Hornbergs ein Konzept zur BIM-Einführung in Unternehmen.

Wie kann die kollaborative Arbeit mit BIM nun effizient gelingen? Vor allem unter Berücksichtigung der vielschichtigen Vorgaben und Richtlinien? Hier kommt das von Hornbergs eigens entwickelte Template ins Spiel: Das für die Plattform Plannerly entwickelte Add-On stellt nicht nur bereits vorgefertigte Checklisten bereit, sondern unterteilt diese auch in unterschiedliche Planungsphasen und Anwendungsbereiche. Plannerly ist ein amerikanisches Unternehmen und kann teilweise kostenlos genutzt werden. Alle Ergebnisse von Hornbergs Forschung können in einer Veröffentlichung des Springer Verlages nachgelesen werden.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass vor allem Kommunen noch nicht weit genug sind, um so ein Template wirklich in die Anwendung zu bringen. Aufgrund der kommunalen Datenschutzvorgaben könnte eine Nutzung Plannerlys aufgrund der Serverstandorte darüber hinaus nicht möglich sein. Jedoch waren sich die Teilnehmenden einig, dass es wichtig ist, solche Vorgaben und Anwendungsbereiche zu demonstrieren, um den öffentlichen Verwaltungen den Spielraum aufzuzeigen, den diese dann auch von ihren eigenen Anwendungen und Herstellern einfordern können.

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27. Oktober 2022

7. BIM.Ruhr-Konferenz: Das Handwerk auf dem Weg zu BIM – Schritt für Schritt mit dem Projekt BIMPUT

Wie kann mir BIM im Handwerk helfen, welche Einsatzmöglichkeiten gibt es hier und welche Vorteile habe ich durch BIM? Was ist eigentlich ein BIM-Reifegradmodell und wie kann ich dieses nutzen? Antworten auf diese Fragen gab es im Rahmen der 7. BIM.Ruhr-Konferenz am 27. Oktober 2022 zu dem Thema „Handwerk auf dem Weg zu BIM – Schritt für Schritt mit dem Projekt BIMPUT“. Eingebunden in die letzte Session der „Digitalwoche Handwerk 2022“ der Handwerkskammer Münster, einer Gemeinschaftsinitiative der Kreishandwerkerschaften im Regierungsbezirk Münster und der Handwerkskammer, startete die 7. BIM.Ruhr-Konferenz mit einer kurzen Begrüßung durch Andreas Spiller, Beauftragter für Innovation und Technologie der Handwerkskammer Münster. Durch das zweistündige online Kooperationsevent mit BIMPUT führte Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin des Kreis Recklinghausen.

Im ersten Vortrag stellten Sven Hoffmann und Kevin Krings, wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Siegen, das im letzten Jahr gestartete Forschungsprojekt BIMPUT der Universität Siegen inkl. des Projekt Konsortiums und der assoziierten Partner*innen vor. Es beschäftigt sich damit, wie ausführende Gewerke BIM mit digitalen Feedbackmechanismen integrieren können. Die Referenten gaben Einblicke zum Status quo und zu den Zielen des Projektes, wie die Erstellung einer BIMPUT-Plattform, auf der eine durchgängige Dokumentation des Projektes stattfinden wird. Auf diese sollen u. a. Handwerker*innen über mobile Apps Zugriff auf das BIM-Modell auf der Baustelle haben. Für Auftraggebende und Facilitymanager*innen soll zudem über Webfrontend die Remote-Überwachung des Bauprojektes möglich sein.

Sven Hoffmann und Kevin Krings erläuterten die zentrale Fragestellung des Projektes, wie BIM-Daten gestaltet sein müssen, um deren Vor-Ort-Handling und Vor-Ort-Pflege optimal zu ermöglichen, wobei die Handwerker*innen hierbei im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Die Referenten gaben Einblicke in die Zusammenarbeit der Forschungs- und Entwicklungspartner*inner sowie welche Aufgaben von den Anwendungspartner*innen übernommen werden. Darüber hinaus zeigten Sie auf, wie unterschiedlich die Struktur und die Prozesse von Handwerksunternehmen sind und welche Herausforderungen bestehen, wie z. B. fehlendes Know-how, fehlende Hilfsmittel und Planungsfehler, aber auch welches Potential damit verbunden ist.

Sie gaben darüber hinaus eine Übersicht über die aktuell am Markt verfügbaren BIM-Tools und Tools für die Baustellen. Dabei wurden auch die Prozesse von Schnittstellen betrachtet und welche unterschiedlichen Formate es hierbei gibt, wie z. B. GAEB (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) oder IFC (Industrie Formation Classes). Abschließend erläuterten die beiden Referenten noch einmal die bisherigen Schritte – Umfragen, Prototypen, Evaluation – im Rahmen des BIMPUT-Projektes erfolgt sind und welche weiteren Schritte – Beobachtungsstudien, Interviews, Tagebuchstudien – erfolgen. Ziel ist es, die Anwendungen für die Handwerker*innen möglichst einfach zu gestalten, u. a. durch die Einbindung von z. B. einem iPad pro oder mittels VR (Virtual Reality) ein BIM-Modell begehbar zu machen.

Mit einem Vortrag zum BIM-Reifegradmodell, welches vier verschiedene Stufen (Level 0-4) des Informationsmanagements in Bauprojekten aufzeigt, erläuterte Kevin Krings die Vorteile und Kritikpunkte des Modells. So lässt sich mit diesem auf der einen Seite u. a. die BIM-Akzeptanz steigern und zudem ein Referenzwert schaffen. Auf der anderen Seite wenden Reifegradmodelle z. B. sehr oft einen Standard auf alle an. Dies ist jedoch nicht immer sinnvoll, ist jedes Handwerksunternehmen doch einzigartig. Dem Projekt BIMPUT dient der Referenzwertwert des BIM-Reifegradmodells innerhalb der späteren Evaluationen als Vergleichsgröße.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmenden zudem die Möglichkeit, einmal ein BIM-Reifegradmodell auszuprobieren und in den anschließenden Breakout Sessions dazu zu diskutieren.

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19. Oktober 2022

INTERGEO 2022: BIM.Ruhr-Projekt stellt sich vor und klärt auf zu kommunalen Herausforderungen bei der BIM-Einführung

Gleich mit zwei Fachvorträgen war das Kooperationsprojekt BIM.Ruhr auf der diesjährigen INTERGEO, der Internationalen Fachmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, vertreten.

Im Rahmen des Conference-Programms innerhalb der Session „BIM VON A BIS Z PROZESSÜBERBLICK + ENTSCHEIDUNGSHILFE FÜR DIE PRAXIS“ zeigte Elena Straßenmeyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Baubetrieb und Baumanagement der Universität Duisburg-Essen, in ihrem Fachvortrag die „Kommunalen BIM-Herausforderungen: Ressourcenknappheit Innovationsdynamik, enge Regularien“ anhand des Projektes BIM.Ruhr auf. Das Fachpublikum erfuhr dabei, dass insbesondere die Erörterung und die Analyse auftretender Herausforderungen bei der Einführung von BIM in kommunalen Verwaltungen im Mittleren Ruhrgebiet ein ausschlaggebender Bestandteil der Forschungsarbeit des Kooperationsprojekts sind und der Fokus hier explizit auf die Kommunen betreffenden Herausforderungen gelegt wird.

Elena Straßenmeyer zeigte auf, dass diese Herausforderungen eine so hohe Varianz aufweisen, dass einige mit gewissen vorbeugenden Maßnahmen umgangen und frühzeitig eingedämmt werden können. Andere sind wiederum so tiefgehend, dass sie sich lediglich über einen längeren Zeitraum beheben lassen und somit in die strategische Planung der kommunalen Verwaltungen fallen. Sie machte deutlich, wie ausschlaggebend es ist, die einzelnen bei der BIM-Einführung zu erwartenden Herausforderungen zu kennen, um so die BIM-Einführung effizient und erfolgsversprechend zu initiieren.

Die Teilnehmenden des Conference-Programms erhielten Einblicke in die verschiedenen Arbeitspakete, die es in diesem Themenkomplex zu bewältigen gilt. Die Referentin gab dabei einen Überblick über die verschiedenen BIM-Herausforderungsebenen. So erläuterte sie die Herausforderungen durch übergeordnete Regularien (HOAI, VOB, DIN), die auf der Unternehmerseite, wie z. B. die neue Rollenverteilung und die auf der Anwendungsebene, wie u. a. die Schnittstellenproblematik oder die Anforderungen an die Bauteilkataloge. Zudem zeigte sie auf, welches die grundlegenden Herausforderungen bei der Einführung der BIM-Methode sind und wie sich diese differenzieren lassen. Sie unterschied hier zwischen kommunalen und allgemeinen Herausforderungen. So spielt bei ersteren u. a. die Ressourcenknappheit eine große Rolle. Diese unterteilt sich in personelle, wie den akuten Fachkräfte Mangel und in monetäre, die besonders im Infrastrukturbau stark von der Gewerbesteuer und der Firmendichte im Stadt- bzw. Kreisgebiet oder von den Fördertöpfen abhängig ist. Aber auch die besonderen Datenschutzanforderungen gilt es bei den kommunalen Herausforderungen umzusetzen. Den allgemeinen Herausforderungen ordnete sie u. a. die unterschiedlichen Begrifflichkeiten oder neue Projektphilosophie zu. Darüber hinaus zeigte die Referentin verschiedene Lösungsansätze auf, wie diese Herausforderungen erfolgreich gelöst werden können und welche Rolle die Politik und die Managementebene bei der Innovationsdynamik spielen. Anschließend an den Fachvortrag ging Elena Straßenmeyer detailliert auf die von den Teilnehmenden gestellten Fragen ein.

Auf dem Messestand des Geonetzwerks Metropole Ruhr gab Annika Zimmermann, Projektmanagerin BIM.Ruhr, mit ihrem Vortrag einen umfassenden Einblick in die Arbeit und die Aufgaben des Projektes BIM.Ruhr. Die Teilnehmenden erhielten einen Überblick über die bestehenden Herausforderungen in NRW, wie den Sanierungsstau, die diverse Bauaufgaben, die heterogene Auftragnehmer Landschaft und die Ziele, wie das ressourcenschonende Bauen und die notwendige Einhaltung von Klimazielen. Die Referentin gab Einblicke in die Arbeit von BIM.Ruhr und erläuterte hier ausführlich den Netzwerkgedanken des Projektes sowie den nachhaltigen Projektnutzen. Sie machte dabei deutlich, dass Kommunikation und der Austausch innerhalb des Projektes zu den wichtigsten Maßnahmen gehören, um die Hürden zur Umsetzung von BIM zu überwinden und den Mut zu den ersten Schritten in Richtung dieser innovativen Arbeitsweise zu stärken.

Die Vorträge von Elena Straßenmeyer und Annika Zimmermann auf der INTERGEO 2022 haben aufgezeigt, wie die BIM-Methode in der Region gestärkt eingesetzt und weiterentwickelt werden kann. Sie kamen dem großen Interesse an der Thematik BIM nach und waren damit ein weiterer Schritt auf dem Weg, die Methode BIM zu verbreiten.


7. September 2022

Berlin – 6. September 2022 – 18:30 Uhr – Finale des 21. eGovernment-Wettbewerbs: Bronze für BIM.Ruhr.

Damit gehört die Kreisverwaltung Recklinghausen, Amt für Kataster und Geoinformation mit dem Kooperationsprojekt BIM.Ruhr zu den erfolgreichen Preisträger*innen des 21. eGovernment-Wettbewerbs 2022. In sechs Kategorien wurden die Gewinner*innen des Wettbewerbs ausgezeichnet. Die Konkurrenz war groß, denn in diesem Jahr hatten über 50 Projektteams ihre innovativen Vorhaben zum Wettbewerb eingereicht. Das Kooperationsprojekt BIM.Ruhr überzeugte und wurde von der Jury in der Kategorie „Bestes Kooperationsprojekt“ dafür mit Bronze geehrt. Die Preisverleihung erfolgte am 6. September 2022 in Berlin im Anschluss an den 27. Ministerialkongress zum Thema „Auf zum Digitalisierungsfinale“. Stellvertretend für die BIM.Ruhr-Kooperationspartnerschaften nahmen Annika Zimmermann, Projektmanagerin BIM.Ruhr und Eva-Katharina Bonk, Projektkommunikation BIM.Ruhr sowie Winona Grimsehl-Schmitz, Fachbereich Tiefbau und Verkehr, Stadt Herne, auf der feierlichen Abendveranstaltung den Preis entgegen. Schirmherrin des diesjährigen eGovernment-Wettbewerbs ist Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern und für Heimat.

Organisiert wird der eGovernment-Wettbewerb seit dem Jahr 2000 von BearingPoint und Cisco. In insgesamt sechs Kategorien werden hier innovative Projekte ausgezeichnet, die in vorbildlicher Weise die Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung fördern und dabei den Nutzen für Bürger*innen in den Fokus rücken. In diesem Jahr wurden aus jeder Kategorie von einer unabhängigen, externen Gruppe von Experten und Expertinnen jeweils drei Finalist*innen ermittelt. Diese stellten ihre Projekte virtuell im Rahmen der Finalistentage vom 5. und 6. Juli 2022 der Jury aus den Bereichen Verwaltungswissenschaften, IT, Gesellschaftsentwicklung und Medien vor. Die Jury entschied anschließend darüber, welche der nominierten Vorschläge prämiert werden sollten. „Die Strahlkraft, die von den ausgezeichneten Projekten und Teams ausgeht, soll andere Behörden inspirieren, eigene Modernisierungsprojekte weiter zu fokussieren. In unserem Wettbewerb haben die Gewinner gezeigt, wie leistungsfähig unsere Verwaltung bei der Schaffung von Leuchtturmprojekten ist. Jetzt gilt es diese in der Fläche auszurollen!“, fasste Jon Abele, Leiter Public Services und Mitglied der Geschäftsführung von BearingPoint, die Projekte zusammen (Pressemeldung BearingPoint vom 7.9.2022).

Das Kooperationsprojekt BIM.Ruhr zeigt mit der erhaltenen Auszeichnung, dass durchaus auch kleine mit großen Projekten mithalten und zur erfolgreichen Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung beitragen können.

Sie konnten nicht an der Preisverleihung des 21. eGovernment-Wettbewerbs teilnehmen und möchten sich gerne die Aufzeichnung ansehen? Mit dem Mitschnitt des 27. Ministerialkongresses, den Sie im  YouTube - Livestream finden, haben Sie die Möglichkeit dazu. Impressionen der Abendveranstaltung finden Sie darüber hinaus hier.

Sie möchten mehr zum Projekt BIM.Ruhr wissen und sich zum Thema Building Information Modeling austauschen? Dann schauen Sie hier in unserer Veranstaltungsübersicht vorbei und seien Sie beim nächsten Event als Netzwerkmitglied dabei!


1. September 2022

6. BIM.Ruhr-Konferenz zur nachhaltigen Abwicklung von Bauvorhaben mit BIM – in Bestandsumgebungen und bei Neubauten

Wie kann ich Bestandsgebäude in BIM überführen und wie kann mir BIM bei der Nachhaltigkeitsstrategie helfen? Wie lassen sich die ersten Schritte mit BIM machen und welche Praxisbeispiele gibt es hier bereits von Kommunen? Antworten auf diese Fragen und aufschlussreiche Einblicke in die Thematik der BIM-Einführung gab es im Rahmen der 6. BIM.Ruhr-Konferenz am 1. September 2022 zum Thema „Nachhaltige Abwicklung von Bauvorhaben mit BIM – in Bestandsumgebungen und bei Neubauten“. Die anschließenden spannenden Austauschrunden zwischen den Referenten und den Teilnehmer*innen rundeten die 6. BIM.Ruhr-Konferenz ab. Durch die Online-Veranstaltung führte Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin.

In einem ausführlichen Vortrag zum Thema „BIM & Nachhaltigkeit - Eine Zukunftsaufgabe für die öffentlichen Bauherren?“ gab Jan van der Fels neben spannenden Einblicken in die BIM-Strategie und die BIM-Einführung des Pilotprojektes vom Kreis Viersen, an der er maßgeblich beteiligt war, auch einen Überblick in die BIM-Einführung des öffentlichen Bauherren sowie zum Kulturwandel im Bauwesen. Jan van der Fels, der Senior Berater BIM-Management bei der DT Bau GmbH ist, zeigte dabei auf, wie alles miteinander funktionieren kann und wie das insbesondere für den öffentlichen Bauherrn aussieht.

In seiner Präsentation setzte er einen starken Fokus auf die Themen Klima und Energie, Abfall und Ressourcen sowie Demografie und Arbeit im Baubereich. Er erläuterte dabei z. B., warum Nachhaltigkeit bei Bauprojekten nur dann erreicht werden kann, wenn diese auch ökologisch, sozial und ökonomisch durchgeführt werden. Und dass sich dieses Ziel am besten durch Digitalisierung und durch die Nutzung digitaler Tools erreichen lässt.

Anhand des BIM-Qualifizierungsleitfadens für die kommunalen Bauverwaltungen und die kommunale Gebäudewirtschaft in Nordrhein-Westfalen zeigte er zudem die exemplarischen Aufgaben in der kommunalen Verwaltung auf, wie die Festlegung der BIM-Anforderungen für ein Bauvorhaben und die Definition der BIM-Anforderungen an die Bauwerksinformationsmodelle. Darüber hinaus erläuterte er am Beispiel des Pilotprojektes vom Kreis Viersen, wie dort nach den Grundsätzen der zirkulären Wertschöpfung gebaut wird und welche Anforderungen (begründet im Vergaberecht) bei der Umsetzung des Projektes bestehen, wie z. B. die Vermeidung von Vendor-Lockin Effekten bei der über einen langen Zeitraum notwendigen Datenspeicherung. Deshalb hatte sich der Kreis Viersen bei der Einführung von BIM auch direkt für Open-BIM entschieden. Jan van der Fels machte zudem deutlich, dass es bei der Durchführung der Projekte immer unterschiedliche Interessen der Beteiligten gibt. Um hier Fehler zu vermeiden, ist es deshalb unter anderem wichtig, Transparenz unter den Projektbeteiligten zuzulassen. BIM erzeugt diese Transparenz.

BIM und Nachhaltigkeit aus einem ganz andern Blickwinkel beleuchtete Marc Flören im zweiten Vortrag zum Thema „BIM im Bestand - Nachhaltige Digitale Zwillinge von Bestandsumgebungen“. Marc Flören ist Co-Founder der pointreef GmbH, die sich in drei Bereiche – Scann, Digitize und Interact – aufgeteilt. Die Teilnehmer*innen erfuhren in seiner sehr anschaulichen Präsentation, was es unter anderem mit der seriellen Sanierung auf sich hat. So soll laut politischen Vorgaben die energetische Sanierung in einem Tempo erfolgen, mit dem die Klimaziele nicht ansatzweise erreicht werden können. Abhilfe schafft hier die serielle Sanierung, die dafür sorgt, dass z. B. Fassaden vorgebaut werden können. Damit ist eine kurze Bauzeit möglich, die eine sehr schnelle energetische Sanierung ermöglicht.

Am Beispiel der Stadt Duisburg, bei der die archäologische Zone innerhalb von zwei Tagen eingescannt wurde, zeigte Marc Flören auf, wie solch ein Verfahren durchgeführt wurde, um den gescannten Bereich später als fotorealistischen digitalen Zwilling darzustellen. So kann Digitalisierung in die Bevölkerung mit digitalen Inhalten für alle getragen werden. Darüber hinaus stellte er verschiedene Projekte mit smarten Plattformlösungen vor, bei denen z. B. zur Integration von Stadtmodellen die Simulation von Bebauungsplanungen angewendet wurden und dabei BIM-Daten visualisiert und Nachhaltigkeitsaspekte geplant werden konnten.

Die 6. BIM.Ruhr-Konferenz machte zudem wieder einmal deutlich, wie wichtig Vernetzung im Bereich BIM ist und dass die kleineren Schritte die besseren ersten Schritte sind, um Anfangserfahrungen mit BIM zu sammeln.

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16. August 2022

5. BIM.Ruhr-Konferenz zu BIM in Bestandsumgebungen und dem Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz (KI)

Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) bei der BIM Arbeit helfen? Wie funktioniert KI überhaupt? Was ist heute schon damit möglich und was wird möglicherweise zukünftig noch erreichbar sein? Wie kann ich Bestandsobjekte effizient erfassen und die Informationen entsprechend zu BIM-Modellen verarbeiten? Antworten auf diese Fragen gab es im Rahmen der 5. BIM.Ruhr-Konferenz am 16. August 2022 zu dem Thema „Die BIM-Einführung erfolgreich meistern – mit Bestandsprojekten und Künstlicher Intelligenz (KI)“. Die Online-Veranstaltung wurde wieder moderiert von Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin beim Kreis Recklinghausen.

Innerhalb des ersten Vortrags gab Arnim Spengler, freier Ingenieur und CTO des Tech Start-Ups Buildersmind, einen Einblick in die Erarbeitung von BIM-Zielen im Rahmen der AIA. In seinem Vortrag „Definition eigener innovativer BIM Ziele und Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) am Beispiel des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz im Bauwesen“ erklärte er zunächst die grundlegende Definition und Funktionsweise von KI. Hier kann aufgeatmet werden: Die Horrorgeschichten, die teilweise mittels reißerischer Headlines in diversen Medien zu KI verbreitet werden, stimmen nicht. Denn künstliche ist nicht gleich menschliche Intelligenz. Dennoch kann KI bei der Arbeit helfen: Vor allem dort, wo viele repetitive Tätigkeiten erfolgen müssen, kann KI Abhilfe schaffen, sodass den menschlichen Angestellten mehr Zeit für kreativere Jobs bleibt. Am Beispiel zweier Projekte gab Herr Spengler anschließend einen ersten Blick in die Praxis, der zeigte, dass BIM-Modelle aufgrund ihrer Datendichte prädestiniert sind, um auch mit KI zu arbeiten. Allerdings müssen hier auch die möglichen Herausforderungen beachtet werden. Auch wenn zukünftig noch viele Entwicklungen im KI-Bereich kommen, die einen Mehrwert bringen können, ist die KI-Entwicklung aktuell noch sehr am Anfang. Dies zeigt sich sehr deutlich, wenn beispielsweise aus einer Punktwolke automatisiert ein 3D- oder BIM-Modell erzeugt werden soll.

An dieser Stelle knüpfte der zweite Vortrag der Veranstaltung an, in dem Klaus Jaeger, CEO der jalasca GmbH, darstellte, wie Bestandsobjekte effizient vermessen und nachhaltig genutzt werden können. Sein Vortrag unter dem Titel „Digitale 3D-Erfassung von Bestandsobjekten für eine nachhaltige BIM-Strategie“ verdeutlichte, dass mittels Laserscanning effizient verlässige Daten aufgenommen werden können. Diese Daten können sowohl für 2D-, als auch in 3D- oder BIM-Modelle genutzt werden und bilden somit die Grundlage für diverse weitere Verarbeitungsszenarien – je nach den Bedürfnissen der Auftraggebenden (AG). Dies ist aktuell zudem ein wichtiger Faktor wie Herr Jaeger mit Hilfe von Praxisbeispielen zeigte. Denn die BIM-Kenntnisse auf AG-Seite sind noch sehr heterogen, sodass einige schon viel Erfahrung, die meisten aber noch wenige bis keine Kenntnisse in diesem Bereich haben.

In der abschließenden Diskussion wurde auch deutlich, dass es außerhalb der Hochbau- und Architekturvermessung noch Weiterentwicklungsbedarf gibt bzw. weitere oder andere Erfahrungen und technische Ausstattungen notwendig sind – beispielsweise bei der Kanalvermessung.

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12. Juli 2022

4. BIM.Ruhr-Konferenz zur Nachhaltigkeitsstrategie mit BIM

Welchen Einfluss hat die Bauwirtschaft auf das Klima? Wie kann ich sicherstellen, dass ich klimaschonend baue, saniere und plane – und wie kann mir BIM dabei helfen? Um Antworten auf diese Fragen drehten sich unter anderem die Vorträge und Diskussionen bei der 4. BIM.Ruhr-Konferenz zum Thema „Aktuelle Herausforderungen auch über den Bauprozess hinaus mit BIM lösen: Für eine umfassende soziale, nachhaltige und verantwortungsvolle Strategie“. Durch das 90-minütige online Kooperationsevent mit dem Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Planen und Bauen führte Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin des Kreis Recklinghausen.

Den Auftakt der Veranstaltung machte Pia Buchleither, Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit bei planen-bauen 4.0. Sie gab einen kurzen Einblick in die Arbeit des Kompetenzzentrums. Dieses unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen der Bau- und Immobilienbranche mithilfe von praxisnahen Angeboten bei der digitalen Transformation. Durch die Verbreitung von Informationen über die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung werden digitale Kompetenzen vermittelt und die Zukunftsfähigkeit der Branche gestärkt.

Was sich hinter der EU Taxonomie verbirgt und wie sich ESG (Environmental, Social & Governance) Regulatorik auf die Nachhaltigkeit bei Bauvorhaben auswirkt, diskutierte Semaa Issar, Leiterin Gebäude im Betrieb / Sustainable Finance, DGNB, in ihrem Vortrag zum Thema „ESG Regulatorik: Gebäude in Zeiten der Klimatransformation“. Sehr deutlich wurde hier die Rolle des Gebäudesektors innerhalb der Klimakrise und wie wichtig es aus diesem Grund ist, klimaschonend zu bauen. Aufschluss darüber, welche Aspekte dabei beachtet werden müssen, gibt die EU Taxonomie. Frau Issar zeigte auf, dass auch wenn unterschiedliche Gewerke nicht immer gleich von dieser betroffen sind, wirkt sich Taxonomie-konformes Planen, Bauen und Sanieren auf alle am Bauprozess beteiligten Gewerke aus. Die anschließende Diskussion machte darüber hinaus deutlich, dass der Weg zu langfristig klimaschonenden Gebäuden noch lang ist. Einige Vorreiter-Projekte – wie die InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop – zeigen jedoch bereits schon heute was nötig und möglich ist.

Der anschließende Vortrag zum Thema „Keine Ressourcenwende ohne Building Information Modeling (BIM)“ von Annette von Hagel, geschäftsführende Vorständin der gemeinnützigen re!source Stiftung, stellte nochmals in klaren Zahlen dar, dass die Klimaziele ohne den öffentlichen Gebäudesektor nicht eingehalten werden können. Denn laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln könnte der Staat als größter Bauherr in Deutschland jährlich 1,9 Millionen Tonnen Co² einsparen. Frau von Hagel zeigte auf, dass dies jedoch nur möglich ist, wenn entsprechende Daten bei der Planung, der Sanierung und beim Bau von Objekten mit einbezogen werden. Sie erläuterte, dass dies nur erfolgreich mit Building Information Modeling umgesetzt werden kann. Die kollaborative Arbeitsmethode ist laut Frau von Hagel der beste Weg zu einem klimaschonenderen Immobiliensektor.

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21. bis 23. Juni 2022

Aktuelle Arbeitsgruppentreffen Projekt BIM.Ruhr

Vom 21. bis zum 23. Juni fand die Fortsetzung der BIM.Ruhr-Arbeitsgruppentreffen statt. Den Start machte diesmal die BIM.Ruhr-Arbeitsgruppe „Geodäsie – Bestandserfassung und Modellierung nach den Vorgaben von Auftraggeber*innen", die sich am 21. Juni damit bereits zum vierten Mal zum gemeinsamen Austausch traf. Geleitet wurde das Arbeitsgruppentreffen erneut von Dr. Signe Mikulane, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BIM Institut der Hochschule Bochum. Auftakt für die Diskussionsrunden bildete der Beitrag aus der beruflichen Praxis von Tilla Zimmermann, Vermessungs- und Katasteramt Düsseldorf. Neben Einblicken in die Arbeit der jeweiligen Fachämter des Vermessungs- und Katasteramts Düsseldorf und deren Stellenbesetzung zeigte die Referentin auf, welche Schritte unternommen wurden, um das Interesse an der BIM-Methode zu fördern, welche Erfahrungen zum Beispiel bereits mit Lageplänen in Bezug auf BIM gemacht wurden und wie das Thema BIM und GIS angegangen wird. In dem zweiten Teil der Sitzung erläuterte Dr. Signe Mikulane inwieweit die vorläufige BIM.Ruhr-Modellierungsrichtlinie bereits ausgearbeitet ist. Sie verdeutlichte dabei, wie wichtig ein gemeinsames Koordinatensystem bei mehreren Teilmodellen ist, warum Dateigrößen der Modellinhalte so gering wie möglich zu halten sind und was beim Datenmanagement und der Versionierungsstrategie zu beachten ist.

Am 22. Juni diskutierten dann die Teilnehmer*innen der BIM.Ruhr-Arbeitsgruppe „Einführung der BIM-Methode bei öffentlichen Auftraggeber*innen“. Die Grundlage zur Diskussion bildete der Vortrag von Elena Straßenmeyer vom Institut für Baubetrieb und Baumanagement der Universität Duisburg-Essen zum Thema „Resonanz zur Optimierung der AIA-Vorlage für kommunale Bauverwaltungen“. Die Referentin veranschaulichte ausführlich die Vorgehensweise bei der Erstellung der AIA und erläuterte u. a., was sich ändert, wenn das BIM-Pflichtenheft zum BIM-Aufgabenheft wird. Sie zeigte darüber hinaus auch auf, wie wichtig hier z. B. eine strukturierte Erstellung ist, damit Teilmengen einheitlich definiert und weiterverwendet werden können und so eine spätere Maschinenlesbarkeit gewährleistet ist. Die anschließende Diskussion zum Thema verdeutlichte noch einmal genau, welche Punkte bei der Erstellung des BIM.Ruhr-Leitfadens noch bedacht und angegangen werden müssen. Sie gab den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ihre Anmerkungen mit in diesen einfließen zu lassen.

Den Abschluss der aktuellen BIM.Ruhr-Arbeitsgruppentreffen bildeten am 23. Juni die Gruppen „BIM-Planungsgrundlagen“ und „BIM-basierte Bauausführung“ in einer gemeinsamen Veranstaltung. Eingeleitet wurde diese durch einen spannenden Vortrag von Eduard Dischke, Justiziar und Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. Mit seinem Vortrag zu rechtlichen Belangen im Rahmen der Anwendung der BIM-Methode gab Eduard Dischke tiefe Einblicke z. B. zu Haftungsfragen beim Planen und Bauen mit BIM. Dabei machte er nicht nur deutlich, wie wichtig es ist, dass die Projektbeteiligten eine gemeinsame Sprache sprechen, sondern auch, dass ebenfalls die Abgrenzung der Leistungsbereiche sowie die vergaberechtlichen Positionen wie Gleichbehandlung und Transparenz eine wichtige Rolle spielen. An Vergabebeispielen zeigte der Referent auf, welche Bedeutung bzw. Rolle BIM im Rahmen von rechtlichen Belangen zukommt, inwieweit das Vergaberecht Einfluss bei der Anwendung der BIM-Methode nimmt und welche Rolle „openBIM“ zukommt.

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19. Mai 2022

3. BIM.Ruhr-Konferenz: Von der Vorbereitung bis zur Umsetzung eines Bauvorhabens

Von der Vorbereitung bis hin zum Betrieb eines Gebäudes – wie arbeitet die öffentliche Verwaltung bereits mit BIM? Wie funktioniert die Umsetzung eines BIM-basierten Bauantrags und wie kann ein Bauvorhaben vollumfänglich mit der BIM-Methode realisiert werden? Antworten hierzu sowie weitere umfangreiche Einblicke in die Thematik „Von der Vorbereitung bis zur Umsetzung eines Bauvorhabens: BIM aus Sicht der öffentlichen Verwaltung und der Architektur“ gab die 3. BIM.Ruhr-Konferenz am 19. Mai 2022. Neben den spannenden Fachvorträgen mit anschaulichen Praxisbeispielen beantworteten die Referentinnen die Fragen der Teilnehmer*innen in den anschließenden Austauschrunden. Durch die Veranstaltung führte auch diesmal Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektmanagerin.

Wie die Umsetzung der BIM-Methode in der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln erfolgt, welche Vorteile in dieser Methode gesehen werden und welche Herausforderungen von der Vorbereitung bis hin zum Betrieb bestehen, erläuterte Sonja Heinen, Dipl.-Ing. (FH) M.A. Architektin, Gebäudewirtschaft der Stadt Köln in ihrem Vortrag. Sie zeigte auf, wieviel politische Motivation und Eigenmotivation der Gebäudewirtschaft letztlich für die Umsetzung der BIM-Methode sprechen. Hierzu tragen z. B. der 2015 eingeführte Stufenplan für die Einführung von BIM, der hohe Instandhaltungsbau, eine verbesserte Datenverfügbarkeit sowie die Pflege der Betriebs-, Material- und Rückbaudaten bei. Die Umsetzung veränderter Rollenzuweisungen veranschaulichte die Referentin am Beispiel der Einzelvergabe in traditionellen und in BIM Projekten. In Anlehnung an die BIM-Handlungsempfehlung für die kommunalen Bauverwaltungen und die kommunale Gebäudewirtschaft in Nordrhein-Westfalen erklärte Sie zudem die BIM-Ziele auf Organisations- und Projektebene der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln. Dazu gehören unter anderem die verbesserte Entscheidungsfindung und Konkretisierung der Aufgabenstellung. Auf Basis der festgelegten Ziele werden die BIM-Anwendungsfälle für das gesamte Bauvorhaben bestimmt. Die Referentin legte dar, dass mit Hilfe eines regelmäßigen BIM Jour-fixes der BAP (BIM-Abwicklungsplan) kontinuierlich weiterentwickelt werden konnte – gemeinsam mit allen relevanten Beteiligten (AN und AG). Außerdem zeigte Frau Heinen auf, wie auf Basis der Modellierungen, die kontinuierlich geprüft wurden, die Massen- und Mengenermittlung durchgeführt werden konnte. Darüber hinaus wurde Ende der LPH 8 ein FM Modell (Facility Management Modell) fertiggestellt. Dieses kann von der Kölner Gebäudewirtschaft für den Betrieb genutzt werden, sobald letzte Softwareschnittstellen mit den entsprechenden Herstellern behoben werden können.

Wie die Zukunft des Bauantrags aussieht, veranschaulichte Tina Drahtler, Dipl.-Ing. Architektin BDA und Prokuristin, Drahtler Architekten in einem weiteren Fachvortrag. So erläuterte sie zum einen die Kernpunkte des Forschungsprojektes der Ruhr-Universität Bochum (RUB), bei dem der BIM-basierte Bauantrag erfasst wurde. Diese beinhalten unter anderem die Datenübernahme aus BIM-Modellen zur teilautomatisierten Erstellung von BIM-basierten Bauanträgen und die prototypische Implementierung von Software zur Verifizierung des BIM-basierten Ansatzes. Zudem erklärte Sie, wie im Rahmen des Forschungsprojektes der RUB der Bebauungsplan und das IFC-Modell eingelesen werden, wie die Datenextraktion erfolgt und wie Abweichungen beantragt werden. Darüber hinaus gab sie umfassende Einblicke in den Aufbau des Webportals „BIM basierter Bauantrag“ der RUB. Auf Basis der Ergebnisse des Forschungsprojektes der RUB wurde ein Pilotprojekt NRW konzipiert. Am Beispiel der neuen Firmenzentrale der Firma Opländer in Dortmund wurde dabei untersucht, wie effizient sich die Abwicklung einer BIM-basierten Baugenehmigung in der Praxis erweist. In ihrem Vortrag erläuterte die Referentin, wie hier die Vorbereitung, Einreichung, Prüfung und Genehmigung des Bauantrags erfolgten. Außerdem wurde sehr deutlich herausgestellt, wie effizient sich die Abwicklung einer BIM-basierten Baugenehmigung in der Praxis erweist. Tina Drahtler erläuterte abschließend, welche Erleichterungen der BIM-basierte Bauantrag aus Sicht der Baubehörde mit sich bringt, wie zum Beispiel die Beschleunigung des Baugenehmigungsverfahrens. Allerdings gilt es auch noch einige Schwierigkeiten zu überwinden. Das zeigt die Perspektive der Architektur, die Frau Drahtler ebenfalls darlegte. So müssen an dieser Stelle beispielsweise bessere regelbasierte Prüfmöglichkeiten ermöglicht werden. Weiterhin ein negativer Aspekt ist die Leistungsphasenverschiebung, die aktuell noch nicht in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) abgebildet werden kann. Die verbesserte Kommunikation und Visualisierung wurden dagegen als positiv bewertet.

In der anschließenden informativen Austauschrunde mit den Teilnehmer*innen machte Tina Drahtler deutlich, dass es Anreize braucht, damit der BIM-basierte Bauantrag Realität werden kann. Dazu muss natürlich auch die entsprechende Software-Infrastruktur auf den offiziellen Bauportalen geschaffen werden. Dr. Thomas Wilk, Leiter der Abteilung Bauen und des BIM-Competence-Centers (BIM-CC) im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, ebenfalls Teilnehmer der 3. BIM.Ruhr-Konferenz, teilte hierzu mit, dass man bestrebt sei, diese Punkte weiter zu verfolgen. Aus diesem Grund soll die Infrastruktur in NRW zukünftig weiter ausgebaut werden. Jedoch sei es weiterhin unklar, wann ein vollumfänglicher Bauantrag bzw. ein BIM-basiertes Baugenehmigungsverfahren, das wirtschaftlich und zeiteffizient ist, realisierbar ist.

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07. April 2022

2. BIM.Ruhr-Konferenz: Herausforderungen bei der Einführung der BIM-Methode

Welche Herausforderungen bei der Einführung der BIM-Methode überwunden, welche Rollenbilder besetzt und welche Meilensteine auf dem Weg zur BIM-Arbeit erreicht werden müssen, aber auch warum Überzeugungsarbeit dabei so wichtig ist, haben die Teilnehmer*innen auf der 2. BIM.Ruhr-Konferenz am 07. April 2022 erfahren. Die Veranstaltung, die bereits die zweite in der Reihe der BIM.Ruhr-Konferenzen ist, gab aufschlussreiche Einblicke in die Thematik der BIM-Einführung. Die anschließenden spannenden Austauschrunden zwischen den Referentinnen und den Teilnehmer*innen rundeten die 2. BIM.Ruhr-Konferenz ab. Durch die Veranstaltung führte erneut Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektkoordinatorin.

In einem spannenden Vortrag zum Thema „Neue Anforderungen des Bundes für die BIM-Implementierung bei öffentlichen Bauvorhaben“ berichtete Martha Lehmann über die entstandenen Herausforderungen. Martha Lehmann ist Beraterin für BIM und Innovation bei planen-bauen 4.0 und Expertin für BIM Deutschland. In ihrem Vortrag stellte sie neben einer Orientierungshilfe für Auftraggeber*innen und Auftragnehmer*innen – Rahmendokument: Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr – weitere BIM-Vorlagen vor. So betrachte sie tiefergehend das Beispiel einer LOIN-List und ging dabei ausführlich auf die Fragen der Teilnehmer*innen ein. Darüber hinaus gab sie Einblicke in die Aufgaben des BIM-Portals des Bundes, das sich aktuell noch im Aufbau befindet. Interessant waren zudem die Ausführungen zu den BIM-Kompetenzen: Wie muss hier der Faktor Mensch berücksichtigt werden. Wie wichtig ist es, dass die im Prozess der AIA-Erstellung benötigte Informationstiefe entsprechend der BIM-Vorgaben richtig festgelegt ist. Die Referentin veranschaulichte darüber hinaus, warum sich gerade Change-Prozesse einfacher gestalten lassen, wenn die Kommunikation aufrecht gehalten wird und warum sich hierbei die Implementierung eines Kernteams über den gesamten BIM-Prozessverlauf anbietet. Sie erklärte zudem ausführlich welche Rolle dabei der/die BIM-Manager*in spielt.

Wie der Landesbetrieb Straßen.NRW den BIM-Einstieg geschafft hat, veranschaulichte Katharina Bremm, Leitung Stabstelle BIM, Landesbetrieb Straßenbau NRW, in ihrem Vortrag zum Thema „Straßen.NRW – Road2BIM | Herausforderungen, Erkenntnisse, Erfolge“. Die Konferenzteilnehmer*innen erfuhren, wie der Landesbetrieb die Meilensteine innerhalb der fünf Jahre BIM-Implementierung durchlaufen hat. Die Referentin machte dabei deutlich, dass es wider Erwarten möglich war, sich doch recht schnell in BIM einzuarbeiten. So läuft aktuell schon ein erster Test der CDE (Common Data Environment) bei Straßen.NRW. Anhand verschiedener Pilotprojekte, wie z. B. der Erhaltungsentwurf der Autobahn A40 (Teilstrecke mit einer Gesamtlänge von 11 km), beleuchtete die Referentin ausführlich das Thema „Learnig by Doing“ im BIM-Prozess und erzählte, wie mit den gewonnenen Erfahrungswerten umgegangen wurde. Zudem gab sie in ihrem Vortrag Aufschluss darüber, warum BIM-Projekte eng begleitet werden sollten und wie bei Straßen.NRW in diesem Zusammenhang der Aufbau eines interdisziplinären BIM-Teams erfolgte, um so kompetente BIM-Ansprechpartner*innen auf strategischer Ebene zu haben. Außerdem zeigte die Referentin auf, wie mit internen BIM-Fortbildungsangeboten die gestiegene Nachfrage nach BIM-Schulungen innerhalb des Landesbetriebes bewältigt wird. Katharina Bremm veranschaulichte abschließend die weiteren geplanten BIM-Schritte des Landesbetriebs, wie z.B. die Absicht, die Implementierungstiefe nach und nach zu steigern, um BIM zum Alltag für Straßen.NRW zu machen.

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26. März 2022

BIM.Ruhr auf dem Landesverbandstag VDV NRW

Wo steht das Projekt BIM.Ruhr, wie sieht der aktuelle Arbeitsstand des Pilotprojektes Hochbau aus und was hat das Stimmungsbild zu BIM bei den KMU damit zu tun? Zu diesen und weiteren Fragen referierte Dr. Signe Mikulane, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BIM Institut der Hochschule Bochum für das Projekt BIM.Ruhr, am 26. März 2022 auf dem Landesverbandstag des VDV NRW in Hamm. Mit ihrem Vortrag zum Thema „Projekt BIM.Ruhr – Nachhaltige und kooperative Einführung der Methode BIM in der Region“, stellte Dr. Signe Mikulane dem Fachpublikum das Pilotprojekt BIM.Ruhr und die Umsetzung über das Kooperationsvorhaben vor, mit besonderem Augenmerk auf die jeweiligen Pilotprojekte „Sanierung der Drewer Brücke in Marl“, „Abriss und Ersatzneubau der Brücke Bielefelder Straße in Herne inklusive der Sanierung des Knotenpunktes“ und „Sanierung der Aula des Alice-Salomon-Berufskollegs in Bochum“.

Dabei erläuterte die Referentin neben dem Aufbau des Projektzeitplans ausführlich die Projektziele, wie zum Beispiel die Erarbeitung und Dokumentation von Best-Practice-Beispielen, die Veröffentlichung von Handreichungen oder den Aufbau eines Innovationsnetzwerks rund um die BIM-Methode. Außerdem stellte sie die Schwerpunkte der Projektpartner Kreis Recklinghausen mit den Städten Bochum und Herne, Hochschule Bochum und Universität Duisburg Essen vor. Die Zusammenfassung der BIM.Ruhr-Umfrage zur „Digitalisierung der Baubranche: Stimmungsbild zu Building Information Modeling in kleinen und mittelständischen Betrieben“ aus dem Jahr 2021, machte einmal mehr deutlich, wie wichtig ein Netzwerkaustausch zur Verbreitung der BIM-Methode ist. So zeigte die Referentin auf, welcher Input durch den Erfahrungs- und Wissensaustausch der vier BIM.Ruhr Arbeitsgruppen „BIM-Planungsgrundlagen“, „BIM-basierte Bauausführung“, „Einführung der BIM-Methode bei öffentlichen Auftraggeber*innen“ und „Geodäsie – Bestandserfassung und Modellierung nach den Vorgaben von Auftraggeber*innen“ für Handreichungen und Leitfäden entsteht.

Auch die Einblicke, die der Vortrag in die jeweiligen BIM-Herausforderungsebenen gab, zeigten auf, wie wichtig unter anderem die Mitarbeiter*innenqualifizierung auf Unternehmensebene ist oder welche Herausforderungen durch übergeordnete Regularien und Richtlinien, wie HOAI, DIN und VOB, zu bewältigen sind.

Anhand der abschließenden Ausführung zum aktuellen Arbeitsstand der Pilotprojekte, mit Schwerpunkt auf dem Pilotprojekt Hochbau, veranschaulichte Dr. Signe Mikulane detailliert den Arbeitsablauf der Bestandsmodellierung. Sie erläuterte auch die BIM-Ziele des Projektes, wie die Aufteilung des BIM-Modells in Teilmodelle für verschiedene Gewerke und Aufgaben, die Schaffung von BIM-Kompetenzen bei allen Beteiligten oder die Schaffung von Zugriffen auf die Projektinformationen für Planer*innen, bauausführende Stellen und die Verwaltung. Am Beispiel des Pilotprojektes „Sanierung der Aula des Alice-Salomon-Berufskollegs in Bochum“ berichtete sie über die gestellten Anforderungen der Stadt Bochum und erklärte wie die spätere gemeinsame Findung erfolgte. Dabei veranschaulichte sie, warum es so wichtig ist, dass die Festlegung des Detaillierungsgrades der Geometrie und der Informationstiefe für das BIM-Modell seitens Auftraggeber*innen im Rahmen der Auftraggeberinformationsanforderungen (AIA) vor der Modellierung festgehalten werden sollte und welche Rolle für die Modellierung die originären Daten (z. B. Punktwolken aus dem Laserscanning) und sekundären Daten (wie bestehende Pläne und Bauwerksunterlagen) spielen.

Der nachfolgende Gesprächsaustausch bestätigte der Referentin nicht nur das große Interesse der Teilnehmer*innen an BIM, sondern auch am Projekt BIM.Ruhr und den Leitfäden des Projektes. Erneut wurde deutlich, wie wichtig der Netzwerkaustausch im Rahmen von BIM ist.


8. März 2022

Gemeinsam die ersten Schritte mit BIM machen im BIM.Ruhr-Innovationsnetzwerk

Auch in Pandemiezeiten lässt sich ein Projekt rund um ein Innovationsnetzwerk aufbauen. Wie das geht, welche Herausforderungen zu meistern waren und auch noch zu bewältigen sind, haben die Teilnehmer*innen in der 1. BIM.Ruhr-Konferenz am 8. März 2022 erfahren. Ein Jahr nach der erfolgreichen Premiere der Auftaktveranstaltung des Kooperationsprojektes „Netzwerks Building Information Modeling Mittleres Ruhrgebiet“ (BIM.Ruhr) gab die Konferenz neben einem detaillierten Überblick über das Kooperationsprojekt und zu seinem aktuellen Stand, auch einen umfassenden Einblick zur Umsetzung des Projektziels. Ein Praxisbericht zur erfolgreichen Ausschreibung eines BIM-Pilotprojektes in der kommunalen Verwaltung sowie die anschließenden spannenden Austauschrunden zwischen den Referentinnen und den Teilnehmer*innen rundeten die erste BIM.Ruhr-Konferenz ab. Durch die Veranstaltung führte Annika Zimmermann, BIM.Ruhr-Projektkoordinatorin.

Neben den allgemeinen Eckdaten zum Projekt erläuterte Referentin Elena Straßenmeyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Baubetrieb und Baumanagement der Universität Duisburg-Essen in ihrem aufschlussreichen Vortrag zum Thema „Ein Jahr nach dem Auftakt: Wo steht das Projekt BIM.Ruhr“ die Arbeitspakete und Vorgehensweise des Projektes. Sie machte dabei deutlich, welche Vorteile der Aufbau des BIM-Innovationsnetzwerkes hat, und das nicht nur für die heimische Branche. Auch der Wissenstransfer aus den Hochschulen in die Praxis sowie die Integration von BIM in die kommunalen Verwaltungen profitieren vom Innovationswerk BIM.Ruhr durch Arbeitsgruppen oder Workshops und BIM-Konferenzen. Wie die Entwicklung von Prozessen und Methoden zu geodätischen Aspekten der Methode BIM aussieht und welche Handlungsempfehlungen für Kommunen im Rahmen des BIM.Ruhr Projektes eindeutig definiert werden, waren weitere interessante Aspekte des Vortrags. Die Referentin stellte zudem durch eine detaillierte Darstellung zur Einordnung der Informationsanforderungen in der Projektphase, wie zum Beispiel beim Pilotprojekt „Aula des Alice-Salomon-Berufskolleg“ in Bochum und der damit verbundenen jeweiligen Zuständigkeiten, deutlich heraus, wie der Informationsanforderungsprozess und die daraus resultierenden Vorgaben dem BIM-Prozess zutragen.

Wie die Stadt Herne erfolgreich die Ausschreibung eines BIM-Pilotprojektes angeht, zeigte Winona Grimsehl-Schmitz, Fachbereich Tiefbau und Verkehr, Stadt Herne in einem interessanten Vortrag anhand eines Praxisbeispiels. Ausschlaggebend für den Erfolg war vor allem, im Vorfeld erkannt zu haben, an welchen Stellen die Vorteile zum Beispiel durch die Anwendung von BIM für Planung, Bau und Betrieb oder die Anknüpfung an Straßenmanagementsysteme (SMS) liegen. Ziel der Ausschreibung ist die Vergabe des Projektes zum Ersatzneubau der Brücke Bielefelder Straße inklusive des Infrastrukturprojektes zur Sanierung eines Knotenpunktes sowie Straßenabschnitts von circa einem Kilometer Länge. Das Bauvorhaben hat aufgrund des massiven Ersatzbaus einen hohen Fertigungsgrad und muss zudem in möglichst kurzer Zeit umgesetzt werden, da der Straßenabschnitt zunehmend hoch frequentiert ist. Zur Erstellung der notwendigen Punktwolken für die spätere Modellierung wurde im Fachbereich Vermessung und Kataster der Stadt Herne deshalb rechtzeitig ein Laserscan angeschafft. Darüber hinaus wurden verschiedene Handlungshilfen herangezogen, wie z. B. die BIM-Handlungsempfehlungen für die kommunalen Bauverwaltungen und die kommunale Gebäudewirtschaft in NRW des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NWR (MHKBG). Aber auch „learning by doing“ war ein wichtiger Schritt, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Workshops mit dem Projektteam, Gespräche mit Straßen.NRW sowie der regelmäßige Austausch in den BIM.Ruhr Arbeitsgruppen waren ebenfalls ein fester Bestandteil zur Vorbereitung auf die Ausschreibung. Zudem wurde die vorläufige BIM-Priorisierung anhand der Leistungsphasen gemäß HOAI in einem Punktekatalog festgelegt und die Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) erstellt, die ständig weiter ergänzt wird.

Diese erste BIM.Ruhr-Konferenz machte erneut deutlich, wie stark kommunale Verwaltungen vom Innovationswerk BIM.Ruhr profitieren und was Netzwerkarbeit im Bereich BIM alles leisten kann. Dass sich das BIM.Ruhr Projekt hauptsächlich auf Bestandsbauten konzentriert, erweitert das BIM-Spektrum, hat sich dieses doch im nationalen Raum bisher vorrangig auf Neubauten erstreckt. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen und BIM-Anforderungen eindeutig definiert, was hier noch einmal besonders erwähnt werden soll. Und genau aus diesen Gründen plant das Netzwerk BIM.Ruhr regelmäßig stattfindende BIM.Ruhr-Konferenzen.

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10. Februar 2022

Erste Schnittstellen-Diskussion der BIM.Ruhr Arbeitsgruppen

Sechs Monate mit vielen interessanten und produktiven Diskussionen in den Arbeitsgruppen „BIM-Planungsgrundlagen“, „BIM-basierte Bauausführung“, „Einführung der BIM-Methode bei öffentlichen Auftraggeber*innen“ und „Geodäsie – Bestandserfassung und Modellierung nach den Vorgaben von Auftraggeber*innen“ sind vergangen. Erste Lösungsansätze für häufige Problemfelder in der Arbeit von insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie Kommunen mit BIM wurden erarbeitet und in der Theorie sowie der Praxis gegenübergestellt. Jetzt lag es nahe, die Herausforderungen auch an den Schnittstellen produktiv anzugehen und diese gemeinsam mit allen Gewerken zu diskutieren. Den passenden Rahmen dafür bildete die erste Schnittstellen-Diskussion der BIM.Ruhr-Arbeitsgruppen am 10. Februar 2022. Erstmals konnten hier die einzeln gewonnenen Erkenntnisse mit den jeweils anderen Bereichen, wie auch mit weiteren BIM-Interessierten Teilnehmer*innen geteilt werden. Durch die Veranstaltung führte Elena Straßenmeyer vom Institut für Baubetrieb und Baumanagement der Universität Duisburg-Essen.

Auftakt für die Diskussionsrunden bildeten zwei BIM-Praxisberichte. Gabriele Schwarte von der Danielzik Baumanagement GmbH, Gladbeck referierte zur „BIM-Einführung bei der öffentlichen Hand in Zusammenarbeit mit der Bauwirtschaft: Erfahrungsbericht, Herausforderungen und Lösungsansätze“. Sie gab sehr detaillierte Einblicke in die offenen Punkte für die öffentliche Hand beim Aufsetzen eines BIM-Projektes sowie zur in- und externen Rollenverteilung im Bereich Bauherrschaft, Planende und Ausführende sowie Projektübergreifende. Herausforderungen bei der Mitarbeiterarbeiterqualifizierung, der vergaberechtskonformen Auftragsvergaben oder der produktneutralen Ausschreibung waren nur einige von vielen weiteren herausgestellten Aspekten im Vortrag. Durch die aufschlussreiche Darstellung der Prozessbeschreibungen aus den bereits existierenden Handreichungen und Leitfäden des Landes NRW und des Bundes, wurde zudem das Möglichkeitsspektrum zur Implementierung von BIM und Abwicklung von BIM-Projekten innerhalb von Kommunen informativ aufgeschlüsselt.

Wie BIM Blicke verändern kann, zeigte Udo Bertels vom Ingenieurbüro Bertels GmbH mit seinem Vortrag zum Thema „Schnittstelle zwischen Planung und Vermessung“ auf. Anhand von Praxisbeispielen, wie z.B. der Betriebsanlage EGLV (Emscherlippegenossenschaft und Lippeverband) oder der Bundesautobahn A 100/A 115 Ersatzneubau – Autobahndreieck Funkturm Berlin, verdeutlichte er, welche individuellen Anforderung BIM an die Planung und die Vermessung stellt. Bereits am 08. Februar 2022 hatte Lars Oldenburg vom Ingenieurbüro Bertels GmbH mit einem sehr engagierten Erfahrungsbericht zum Thema „Der BIM-Prozess und die Vermessung“ beim dritten Treffen der Arbeitsgruppe Geodäsie Einblicke in die BIM-Anforderungen an die Vermessungsleistungen gegeben.

In den jeweils anschließenden Diskussionsrunden wurde u. a. über die Herausforderungen für Kommunen bei der BIM-Einführung und -Umsetzung gesprochen, wie z. B. das Schaffen von Grundlagen durch Mitarbeiterschulungen. Wie wichtig strategische Entscheidungen für BIM sind, dass Datenmengen nicht unbedingt immer das beste Modell bedeuten und wie wesentlich genaue Informationen für Externe, z. B. für das spätere Facility Management (FM) sind, waren nur einige der weiteren Themen über die die Teilnehmer*innen mit den beiden Referenten, Gabriele Schwarte und Udo Bertels, diskutierten.

Die Erste Schnittstellen-Diskussion der BIM.Ruhr-Arbeitsgruppen hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich untereinander auszutauschen, um voneinander zu lernen. Das Fazit: Weitere Schnittstellen-Diskussionsrunden werden folgen.

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19. Januar 2022

Spannender Austausch – BIM.Ruhr beim 8. Geowebtalk

Am 19. Januar 2022 fand der 8. Geowebtalk zum Thema „BIM – Building Information Modeling“ des Geonetzwerks Metropole Ruhr statt. Der Webtalk informierte mit Impulsvorträgen u.a. zu Zielen und Unterstützungsmaßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Implementierung von Building Information Modeling sowie über Trends der BIM- und GIS-Standardisierung.

Auch mit dabei: das Projekt BIM.Ruhr. Referentin und BIM.Ruhr-Projektkoordinatorin Anika Zimmermann stellte die Digitalisierung im Ruhrgebiet mit dem Projekt BIM.Ruhr vor. Sie gab u.a. Einblicke in den bisherigen Stand der drei BIM.Ruhr Pilotprojekte „Drewer Brücke“, „Brücke Bielefelder Straße“ und „Aula Alice-Salomon-Berufskolleg“. Sie erläuterte deren BIM-Ziele, wie z. B. den Auf- und Ausbau von grundlegenden BIM-Kompetenzen der Beteiligten sowie die Schaffung einer gemeinsamen Informationsplattform (BIM-Modell). Wenn Sie mehr über den Fortschritt der BIM.Ruhr-Pilotprojekte erfahren möchten, schauen Sie hier auf unserer Website vorbei.

Darüber hinaus informierte der Impulsvortrag das Fachpublikum über den Inhalt und die Ergebnisse der BIM.Ruhr-Umfrage zur „Digitalisierung der Baubranche: Stimmungsbild zu Building Information Modeling in kleinen und mittelständischen Unternehmen“. Der Vortrag veranschaulichte, wie die Mitglieder des eigens aufgebauten Innovationsnetzwerks vom Kompetenz- und Erfahrungsaustausch rund um die BIM-Methode profitieren.

Den Impulsvortrag des Projektes BIM.Ruhr zum Thema „Digitalisierung im Ruhrgebiet mit dem Projekt BIM.Ruhr“ sowie alle anderen Vorträge des 8. Geowebtalks erhalten Sie hier auf den Seiten des Geonetzwerks Regionalverband Ruhr.

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23. und 25. November 2021

Erfolgreiche Fortsetzung der Arbeitsgruppen

Nach einem sommerlichen Start der BIM.Ruhr-Arbeitsgruppen Ende August dieses Jahres, fanden am 23. und 25. November die zweiten Treffen der vier Arbeitskreise statt. Vorreiter war wieder die Gruppe "Einführung der BIM-Methode für öffentliche Auftraggeber*innen" unter der wissenschaftlichen Leitung von Elena Straßenmeyer. Kommunale und wirtschaftliche Vertreter*innen diskutierten  zu den Herausforderungen bei der Auswahl der BIM-Anwendungsfälle und der Definition der Informationsanforderungen. Auch wenn die Auswahl der Anwendungsfälle für jedes Projekt individuell getroffen werden muss, gibt es vereinzelt Anwendungsfälle, die sich zum einen bei den meisten Bauvorhaben anbieten und zum anderen gut geeignet sind für den Einstieg.

Zwei Tage später trafen sich auch die anderen drei Arbeitsgruppen zur zweiten Diskussionsrunde. Die Arbeitsgruppe „Geodäsie – Bestandserfassung und Modellierung nach den Vorgaben von Auftraggeber*innen", wissenschaftlich geleitet von Signe Mikulane, diskutierte mit reger Beteiligung zu den Pilotvorhaben des Projektes BIM.Ruhr sowie zu einem BIM-Pilotprojekt der Stadt Gelsenkirchen, die ihre ersten Berührungspunkte mit BIM innerhalb dieses Projektes vorgestellt hat.

Am Nachmittag fanden die zweiten Arbeitsgruppen-Sitzungen der Arbeitsgruppen „BIM-Planungsgrundlagen“, geleitet von Florian Stevens und „Grundlagen für die BIM-basierte Bauausführung“, geleitet von Tim Bachor statt. Die Diskussion in beiden Gruppen konzentrierte sich vor allem auf Schnittstellen-Herausforderung in der Arbeit mit Building Information Modeling. Wie sich auch hier abgezeichnet hat, gibt es zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen einige Herausforderungen, die wir in entsprechenden Schnittstellen-Sitzungen mit Ihnen diskutieren möchten. Aus diesem Grund planen wir als nächstes eine Arbeitsgruppen-übergreifende Sitzung für Anfang nächsten Jahres. Weitere Informationen dazu finden Sie in Kürze in der Veranstaltungsübersicht.


18. November 2021

BIM.Ruhr bei Vermessungswesen Aktuell des DVW NRW e.V.

Am 18. November fand die Veranstaltung „Vermessungswesen Aktuell“ des DVW NRW e.V. statt: Zum ersten Mal in einer hybriden Auflage mit live Publikum vor Ort in Essen sowie einigen Teilnehmenden virtuell vor den Bildschirmen. Auch zum ersten Mal dabei: Das Projekt BIM.Ruhr. Referentin Signe Mikulane, wissenschaftliche Mitarbeiterin am BIM Institut der Hochschule Bochum für das Projekt BIM.Ruhr, hat das Kooperationsvorhaben mit besonderem Augenmerk auf die Pilotprojekte vorgestellt. Besonders im Hochbau-Pilotvorhaben von BIM.Ruhr können aktuell gute Fortschritte verzeichnet werden. Einen ersten Blick auf das Modell nach IFC-Standard können Sie hier werfen.

Aber auch  an den Brückenmodellen wird weiter gearbeitet. Die Herausforderungen sind hier aufgrund weniger vorhandener Standards noch etwas größer, dafür aber die Lernkurve steiler. Von unseren Erfahrungen profitieren vor allem Sie: Alle Erkenntnisse der Hochschule Bochum werden zum Ende des Projektes in Leitfäden für BIM im Bestand bei öffentlichen Auftraggeber*innen veröffentlicht.

Ein besonderes Highlight bei der Veranstaltung des DVW NRW e.V. waren der rege Austausch mit den Teilnehmenden und dessen Interesse an BIM.Ruhr. Falls Sie die Veranstaltung vor Ort oder virtuell am Bildschirm verfolgt haben und wir Ihr Interesse wecken konnten, kommen Sie gern auf uns für einen persönlichen Austausch zu oder melden Sie sich hier für eine unserer Veranstaltungen an. Für mehr Informationen zum Event und zum DVW NRW e.V. klicken Sie hier.


24. und 26. August 2021

Virtueller Kick-Off der BIM.Ruhr-Arbeitsgruppen

Die vier Arbeitsgruppen – „Einführung der BIM-Methode für öffentliche Auftraggeber*innen“, „Grundlagen für die BIM-basierte Bauausführung“, „Geodäsie – Bestandserfassung und Modellierung nach den Vorgaben von Auftraggeber*innen“ und „BIM-Planungsgrundlagen“ – des Projektes BIM.Ruhr haben erfolgreich ihre Arbeit aufgenommen. Unter der Leitung von Tim Bachor (AG Bauausführung), Signe Mikulane (AG Geodäsie), Florian Stevens (AG Planung) und Elena Straßenmeyer (AG Kommunen) wurden erste Erfahrungen mit und unter den Teilnehmenden ausgetauscht sowie erste interessante Diskussionen angestoßen.

Den Vorreiter bildete die Arbeitsgruppe Kommunen, die bereits zwei Tage vor den anderen Arbeitsgruppen an den Start ging. Gestartet wurde mit einer ersten Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmenden neben den üblichen Personalien auch Ihre Beweggründe der Teilnahme, Wünsche an die Arbeitsgruppe und Erfahrungen mit Building Information Modeling (BIM) teilten. Dabei hat sich vor allem gezeigt, dass die Erfahrungen in den Kommunen noch nicht sehr weit fortgeschritten sind. Das Interesse an der neuen Methode ist bei den Teilnehmenden jedoch groß und in einigen Städten gibt es auch schon erste Pilotvorhaben. Darüber hinaus drehte sich die Sitzung größtenteils um die kommunalen Randbedingungen. Diese werden von Projektseite abgefragt, um die zu erstellenden Leitfäden möglichst praxis- und alltagsnah gestalten zu können.

Die weiteren Arbeitsgruppen legten einen parallelen Dreier-Start nur wenige Tage später hin. Auch hier wurde zunächst mit einer Vorstellungsrunde gestartet. In der Arbeitsgruppe Planung drehte sich die Diskussion größtenteils um Anwendungsfälle, die mit der Building Information Modeling (BIM) Methodik realisierbar sind, Detaillierungsgrade und Software-Schnittstellen. Gezeigt hat sich, dass das IFC-Format zwar genutzt wird, der Datenaustausch sich jedoch auch mit diesem Standard als herausfordernd erweist. Denn es kommt immer wieder zu Informationsverlust aufgrund der unterschiedlichen Interpretation der IFC-Daten von verschiedenen Programmen.

Auch die Arbeitsgruppe Bauausführung beschäftigte sich hauptsächlich mit BIM-Anwendungsfällen. Hier wurde deutlich, dass die Erfahrungen im BIM-Bereich unter den Teilnehmenden auseinander gehen. Auch wenn teilweise schon mit 3D-Modellen gearbeitet wird, werden zu oft noch 2D-Pläne angefordert und auch bis zur papierlosen Baustelle ist es wohl noch ein längerer Weg.

Besonders gefreut hat uns auch die rege Teilnahme an der Arbeitsgruppe Geodäsie. Auch in dieser Gruppe konzentrierte sich die Diskussion auf die Erfahrung mit unterschiedlichen BIM-Anwendungsfällen: Von der Bestands- und Leitungserfassung, über Georeferenzierung und Anbindung an amtliche Bestands- und Grundlagendaten, hin zur genauen Erfassung von Grundstücks- und Baufeldgrenzen. Außerdem wurde über die Herausforderungen bei der Georeferenzierung und der Umgang mit Koordinaten in der Modellierungssoftware (z. B. Revit) intensiv diskutiert.

Möchten Sie sich ebenfalls zum Thema Building Information Modeling austauschen? Dann schauen Sie hier in unserer Veranstaltungsübersicht vorbei und seien Sie beim nächsten Event als Netzwerkmitglied dabei!

 


6. Juli 2021

Knapp 90 Prozent schließen BIM-Implementierung nicht aus – So lauten die Ergebnisse unserer Umfrage

92 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) kennen bereits die digitale Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM). Weniger als die Hälfte der Betriebe wendet die BIM-Methode allerdings schon aktiv an. Das hat unsere Umfrage  „Digitalisierung in der Baubranche: Stimmungsbild zu Building Information in kleinen und mittelständischen Betrieben“ zur Anwendung von BIM in KMU, die hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen stammen, ergeben.

Damit steht fest, dass das Potential von BIM noch nicht von allen am Neubau und bei Sanierungsarbeiten von Bestandsobjekten beteiligten Parteien voll ausgeschöpft wird. Die Bereitschaft zur Implementierung der digitalen Arbeitsmethode ist allerdings vorhanden: Fast 90 Prozent der BIM-unerfahrenen Unternehmen schließen dies grundsätzlich nicht aus.

Das Stimmungsbild zeigt diverse Gründe dafür auf, weshalb die Firmen derzeit beim Einsatz von Building Information Modeling zögern. Sowohl eine geringe Nachfrage seitens der Bauherrschaft, die durch die Einführung entstehenden Kosten, als auch der Mangel an standardisierten Werkzeugen und Protokollen sind die Hauptgründe, weshalb Unternehmen mit Fokus auf Planung und Ausführung von der Anwendung der BIM-Methode absehen.

Damit BIM einfacher und unkomplizierter implementiert werden kann, wünschen KMU sich gut dokumentierte Muster-Projekte, speziell auf sie zugeschnittene Leitfäden, eine klare Aufstellung zu den technischen Voraussetzungen sowie offizielle Normen und Richtlinien.

Ab dem 24. August kommen wir einigen dieser Wünsche nach: Innerhalb von vier Arbeitsgruppen können sich Vertreter*innen kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie öffentliche Auftraggebende an der Erstellung von BIM-Leitfäden im kommunalen Kontext anhand von Pilotprojekten beteiligen. Wir von BIM.Ruhr laden sie herzlich dazu ein, sich an unseren Arbeitsgruppen zu beteiligen!

Das Ziel der Arbeitsgruppen ist der Erfahrungsaustausch untereinander, die Formulierung von Lösungsansätzen für häufige Problemfelder in der Arbeit mit BIM und der gemeinsame Kompetenzaufbau mit dieser Arbeitsmethode anhand von Eindrücken und Beispielen unserer Pilotprojekte. Mehr Informationen zu den Arbeitsgruppen erhalten Sie hier.

Hier erhalten Sie die vollständigen Umfrage-Ergebnisse.
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1. Mai 2021

Umfrageschluss: BIM-Anwendung in KMU

Wir wollen in Erfahrung bringen, ob in kleinen oder mittelständischen Unternehmen (KMU) der Baubranche bereits Building Information Modeling (BIM) angewendet wird. Dafür haben wir nach unserer Auftaktveranstaltung im März eine Umfrage ins Leben gerufen.

Besonderes Interesse besteht an den Unsicherheiten, Schwierigkeiten und offenen Fragestellungen bezüglich der aktuell verfügbaren Standards, Werkzeuge und Methoden in der Praxis der Unternehmen hinsichtlich BIM.

Derzeit werten wir die Antworten aus. Die Ergebnisse über die Kenntnisse und Erfahrungen  von KMU mit BIM-Anwendungen werden wir im Juli 2021 veröffentlichen.


9. März 2021

BIM.Ruhr: Erfolgreiche Premiere

Kann die Auftaktveranstaltung eines Projekts rund um ein Innovationsnetzwerk in Corona-Zeiten gelingen? Wir von BIM.Ruhr können diese Frage bejahen: Mehr als 140 Teilnehmer*innen aus der Bauwirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung nahmen die Einladung zu unserem ersten virtuellen Event mit dem Thememschwerpunkt Building Information Modeling (BIM) an.

Wer und was hinter BIM.Ruhr steckt, erfuhren unsere Zuhörer*innen gleich zu Beginn des Abends. Prof. Dr.-Ing. Dirk Eling, tätig beim Fachbereich Geodäsie an der Hochschule Bochum, gab als Mitglied unseres Projektteams allen Anwesenden Einblicke in unsere Ziele und unsere Motivation bei BIM.Ruhr. Zuvor lernte unser Publikum bereits das gesamte Team, das hinter BIM.Ruhr steckt, kennen.

Prof. Dr.-Ing. Alexander Malkwitz vom Fachbereich Baubetrieb der Universität Duisburg-Essen und ebenfalls aktiv an BIM.Ruhr beteiligt, brachte es bei bei seinem nachfolgenden Vortrag über regionale und kommunale Herausforderungen der BIM-Methode auf den Punkt: BIM braucht Innovator*innen.

Welche Vorteile BIM in der Praxis tatsächlich bietet, verriet der letzte Redner des Abends. Andreas Dudzik, Abteilungsleiter Ingenieurtechnik Bau beim Emschergenossenschaft Lippeverband (EGLV), berichtete partiell über die erfolgreiche Umsetzung eines BIM-Pilotvorhabens – dem Pumpwerk Oberhausen.

Unser persönliches Highlight an diesem Abend: Im Rahmen von zwei separaten Break-out Sessions hatten wir abschließend die Möglichkeit, mit den Teilnehmer*innen über Grundlagen und Herausforderungen bei Bestandsmodellierungen sowie Herausforderungen und Fragestellungen bei der Planung von Bauvorhaben mit BIM zu diskutieren.

Wir ziehen eine positive Bilanz und freuen uns besonders über die neu gewonnenen Mitglieder unseres Innovationsnetzwerks. Wenn Sie selbst die Auftaktveranstaltung verpasst haben, können Sie dennoch mit Ihrem Unternehmen Teil unseres Netzwerks werden: Schreiben Sie uns über das Kontaktformular an.

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